Semenj

Semenj wird zum ersten Mal im Dekret der Venezianischen Republik am 14. August 1543 erwähnt. In diesem Dekret wurde angeordnet, der Semenj soll 8 Tage dauern, vom 31.07. bis zum 08.08. Alles, in diesen Tagen nach Cres befördert wurde wegen Verkauf und Schließung von Handelsgeschäften, wurde von Steuer und Zoll befreiet.

Dieses wurde auch durch die Bulle (feierlicher Erlass) des Zaren Franz Joseph aus dem 1828 geregelt.

Semenj ist das altkroatische Wort für die Messe, ursprünglich lautete es Samanj, wurde aber im Laufe der Jahre in Semenj umgewandelt. Semenj wachste in ein richtiges Fest über – eine traditionelle Volksfeier – welche bis zum II. Weltkrieg am Feiertag der Hl. Maria Schnee (am 05. August) begann und drei Tage dauerte. In den drei Tagen wurde alles verkauft, was zu verkaufen ist; Bekleidung, Früchte, Süßigkeiten. Die Plätze waren mit Ständen und Händlern überfüllt, es kamen sogar die Chinesen hierher. Im Hafen wimmelte es nur von Schiffen (Trabakuli) mit Wassermelonen und anderen Früchten überfüllt. Es kamen Alte und Junge, Kinder und ganze Familien. Die Kinder freuten sich über Süßigkeiten und Spielzeug, die Frauen übers Eis, die Männer übers Bier vor allem. Am letzten Tag fand am Hauptplatz die Tombola statt.

Nach dem II. Weltkrieg wurde dieses Volksfest öffentlich vernachlässigt und fast verboten und vergessen – im Volk blieb sie aber lebendig.

Nach der Unabhängigkeit Kroatiens versuchten wir die alte Tradition wieder zu beleben; im Jahre 1990 erhob man erneut die Zarenfahne am Stadtplatz und feierte die feierliche Messe für Hl. Maria Schnee, so wuchs Semenj mit der Zeit in eine schöne Touristenattraktion über. Die drei Tage sind von vielen Festen gekennzeichnet, alles wird mit Tombola beendet, deren Ertrag zu humanitären Zwecken verwendet wird. Die gute, alte Tradition wurde erhalten – die auf der Tombola gewonnene Ware stammt von den Sponsoren des Festes.